Andi hat mir gestern erzaehlt, dass Blogs im Durschnitt eine Lebensdauer von 6 Monaten haben und dann eingestellt werden. Bei sehr vielen Leuten, die ich kenne, kommt das tatsaechlich auch ziemlich gut hin. Ich stehe mir jetzt auch mal einfach ein, dass ich diesen Punkt ebenfalls erreicht habe, muss so eine Art Schreibblockade sein. Deswegen erwartet hier bitte keine Texte mehr, sorry. Neue Bilder werde ich bestimmt immer mal wieder machen, die gibt's dann hier bei Flickr zu sehen. Vielleicht gibts auch mal neue Videos bei YouTube.
Eine besondere Woche ist gerade in China zu Ende gegangen. Ueberall im Land wurde das Fruehlingsfest gefeiert, mit dem nach dem Mondkalender das neue Jahr (diesmal das Jahr des Schweins) eingeleitet wird. Im Vorfeld hat das wie immer zu chaotischen Reiseverhaeltnissen gefuehrt, weil mehrere hundert Millionen Chinesen rechtzeitig bei ihren Familien sein wollten, wie es die Tradition verlangt. Am ersten Tag des Fruehlingsfestes gab es dann jede Menge Feuerwerk in Shanghai von mittags bis spaet in die Nacht. Ich habe mich daran im Rahmen der Voelkerverstaendigung auch etwas beteiligt und ein paar besonders laute Boeller, die mit Sicherheit in Deutschland verboten waeren, abgefeuert. Das war ein grosser Spass und die fleissigen Chinesen haben den ganzen Muell auch schnell wieder beseitigt. Ansonsten bekam man von dem Fest wenig mit, ausser das ein Grossteil der Geschaefte fuer mehrere Tage geschlossen hatte. Leider gab es keine grossen Paraden oder Zeremonien zu bestaunen.
Nach einer besonders langen Zeit ohne Neuigkeiten komme ich nun endlich dazu wieder etwas zu schreiben! Mitte Januar standen die Abschlusspruefungen auf dem Programm, fuer die ich mich nach meiner Rueckkehr nach China vorbereiten musste. Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden, wenn auch ich mir noch etwas Raum fuer Verbesserung im naechsten Semester eingeraeumt habe. ;)
Nach Abschluss des Semesters bin ich ziemlich direkt auf meine erste groessere Reise durch China gestartet. Geplant hatte ich die Reise mit Felix, da wir sehr aehnliche Vorstellungen hatten und wir uns auch ueber den Zeitraum schnell einig wurden. 3 Wochen wollten wir unterwegs sein und es sollte definitiv in Richtung des warmen Suedens Chinas gehen, um der unangenehmen Kaelte Shanghais zu entfliehen. Spontan schlossen sich uns fuer die ersten Tage noch zwei Amerikanerinnen an, die danach nach Thailand fliegen wollten. Andi war auch ploetzlich an Bord, weil wir ihm auf Grund eines Missverstaendnisses auch ein Ticket mitgekauft hatten. :D
Das erste geplante Ziel war fuer uns die Stadt Xiamen, weil wir dort bereits andere deutsche Studenten kannten, und man ueberall nur gehoert hatte, wie schoen die Stadt sei. Nachdem wir uns informiert hatten stellte sich heraus, dass die Fahrt mit dem Zug dorthin mehr als 24 Stunden dauern wuerde. Daher beschlossen wir einen Zwischenstopp in Fuzhou zu machen, einer Stadt die auf Weg liegt und auch einiges zu bieten habe. Nach einer Fahrt ueber Nacht im spartanischen aber auf Grund der Mitreisenden lustigen Schlafwagen kamen wir dort frueh morgens an. Der erste Tag unserer Reise in Fuzhou sollte der einzige mit maessigem Wetter sein, alle darauffolgenden waren ausnahmslos von sonnigem Wetter gekennzeichnet. Wir sahen einen heruntergekommen kleinen Zoo mit Tieren, die uns zum Teil traurig machten, zum Teil zum Lachen brachten. Des weiteren besuchten wir eine merkwuerdige "Panda-Forschungsstation", die mehrere grosse Pandas beherbergte, aber auch eine Reihe anderer zusammenhangsloser Kuriositaeten. Ein erstes Highlight der Reise war eine Fahrt mit der Gondelbahn auf einen Berg, auf dem sich ein grosses buddhistisches Kloster befindet. Die Anlage ist sehr gross und schoen, und wir konnten den Moenchen bei einer Gebetszeremonie zusehen. Am naechsten Tag wuerden wir schon weiter nach Xiamen fahren, davon spaeter mehr.
Nachdem ich die letzte Woche in China in Peking verbracht habe bei eisigen Temperaturen, bin ich am 23. nach Deutschland zurueckgekehrt. Weihnachten im Kreis der Familie war wirklich schoen und ich habe die Zeit sehr genossen. Heute werde ich Silvester mit vielen Freunden bei Woltmanns feiern, die mal wieder ihr Haus fuer eine Party zur Verfuegung stellen. Am 4. Januar fliege ich dann zurueck nach Peking und von dort weiter nach Shanghai wo Ende Januar die Pruefungen zum Abschluss des Semesters anstehen. Ich wuensche allen Lesern einen guten Start ins Jahr 2007 und freue mich ueber das Interesse an meiner Website!
Am letzten Wochenende in Shanghai haben wir es doch noch mal geschafft, nach Hangzhou zu fahren. Das ist eine Stadt etwa 180 km sued-westlich von Shanghai gelegen, die historisch eine grosse Bedeutung in China besitzt und eins der beliebtesten Ziele von Touristen aus ganz China ist. Die Hauptattraktion ist der West Lake, ein grosser See von Huegeln umringt, auf die schon vor langer Zeit Pagoden und andere Gebaeude gebaut wurden.





























Letzte Woche ging's mir nicht so toll. Meine Nase fing wieder an zu bluten, so wie das schon ein paar mal vorgekommen war nach meiner Septum-OP im Sommer in Deutschland. In China war ich bisher davon verschont geblieben. Als ich merkte, dass die Blutung wohl von selbst nicht mehr zum Stehen kommen wuerde, bin ich schliesslich ins Krankenhaus gegangen. Nach diversen Fehlschlaegen und einem Wechsel in ein teureres Krankenhaus wurde das Uebeltaeter-Gefaess schliesslich unter Endoskopie mit Strom veroedet. Jetzt geht's mir schon wieder sehr gut, bin extrem froh dass die Nase endlich nicht mehr blutet!
Voellig unabhaengig davon zeige ich noch eine Hand voll Bilder der Grand Gateway-Mall, hier bei uns um die Ecke. Da gibt's Shopping Shanghai-style!








Ich hab noch ein paar aeltere Bilder von Tagen mit besserem Wetter, die ich hier noch zeigen kann. An einem Tag war ich auf der anderen Flussseite in Pudong und habe ein paar Bilder von den Hochhaeusern gemacht. Zu sehen sind Bilder vom Jin Mao-Turm, von aussen und nach unten von der Aussichtsplatform auf 340m im 88. Stock. Das Grand Hyatt belegt die obersten Stockwerke und ist das in einem Gebaeude hoechste Hotel der Welt. Der Turm direkt nebenan, der gerade gebaut wird, ist das Shanghai World Financial Center, und soll Anfang 2008 mit knapp 500m als das hoechste Gebaeude Chinas fertiggestellt werden. Der Entwurf erinnert stark an einen Flaschenoeffner. Wenig abgewinnen kann ich dem Oriental Pearl Tower, der leider aussieht, wie aus einem schlechten Science Fiction Film.. Wer in Hamburg waehrend der Fussball-WM war, hat vielleicht schon eins der "Blue Goals" gesehen, die vom Kuenstler Michael Batz entworfen wurden. Nach der WM wurden drei von diesen an die Partnerstadt Shanghai verschenkt und stehen jetzt am Huangpu-Fluss. Ich nehme an, dass die Chinesen sich wahnsinnig darueber gefreut haben, da grelles, buntes Licht einfach perfekt in diese Stadt passt!
























Ahh, mein erstes Youtube-Video! Kostenlos, schnell und einfach zu erstellen, eine tolle Sache. Zu sehen ist mein taeglicher Weg von meiner Wohnung bis zu unserem Schulgebaeude in der Jiao Tong-Universitaet, aufgenommen an einem sonnigen Tag im Oktober. Wer eine gute Orientierung hat, wird bemerken, dass ich ein grosses U laufe. Mein Haus ist eigentlich nur 100 Meter Luftlinie von unsere Schule entfernt, aber der Eingang vom Campus ist leider ein Stueck die Strasse runter.